Ultrahochauflösender Linux-Multitalent mit Power: WWIO Bre2ze 4K Satellitenreceiver

Im Test der Bre2ze 4K Satellitenreceiver von WWiO – Bildnachweis: TestMagazine

Linux-Receiver aus gutem Grund auf dem Vormarsch

Mit dem WWiO Bre2ze 4K Satellitenreceiver haben wir einen hochmodernes Multitalent im Test, der ein hervorragendes Preis/Leistungsverhältnis verspricht. Hierzu trägt vor allem die Architektur bei, die von einem leistungsstarken DualCore-Prozessor mit 2x 1700 MHz (12.000 DMIPS) befeuert wird. Der Broadcom BCM7251S Prozessor bietet genügend Leistung für eine performante und flüssige Bedienführung sowie extrem kurzen Umschaltzeiten. Alles wiuchtig für eine guter User-Experience (UX). Der Receiver nutzt das quelloffene Linux Betriebssystem openATV, dass sich einer immer größeren Beliebtheit erfreut und stetig weiterentwicklet wird. Dies verspricht eine ergonomische Bedienung und hervorragende Multimedia-Eigenschaften sowie ein breites Spektrum an Konfigurationsmöglichkeiten und langfristig einen stetigen Update-Support. Im Test musste der Bre2ze 4K seine umfangreichen Netzwerkfunktionen, Webinterface für PC oder Smartphonesteuerung unter Beweis stellen. Ferner haben wir beliebte Plugins sowie die Unterstützung des SAT>IP Protokolls (Client) geprüft. Ein weiterer Prüfungsschwerpunkt war der Ernergieverbrauch.

 

WWIO Bre2ze 4K Satellitenreceiver
Mit dem WWiO Bre2ze 4K Satellitenreceiver haben wir einen hochmodernes Multitalent im Test, der ein hervorragendes Preis/Leistungsverhältnis verspricht. Hierzu trägt vor allem die Architektur bei, die von einem leistungsstarken DualCore-Prozessor mit 2x 1700 MHz (12.000 DMIPS) befeuert wird - Bildnachweis: TestMagazine
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Im Test ein günstiger 4K-Linux-Receiver auf Enigma2-Basis mit einem Single-Tuner 

Mit der WWiO Bre2ze 4K kann man Programme, die in Ultra HD übertragen werden, schauen und über ein TV-Gerät – idealerweise in UHD-Auflösung – die hochauflösende Qualität der Bilder genießen. Die 4K-BOX HD51 ermöglicht es dem Nutzer, ultrahochauflösende Inhalte zu empfangen und im 2160p-Format an den Fernseher weiterzugeben. Und das für unter 180 Euro! Wir haben die dem WWiO Bre2ze 4K mit einem Sat-Tuner einem umfangreichen Test unterzogen. Der Straßen-Preis für die 4K-Box beginnt bereits bei knapp über 150 Euro. In Anbetracht der gebotenen Performance ein extrem gutes Preis-/Leistungsverhältnis. Die Bre2ze 4K hat einen fest verbauten DVB-S2-Single-Tuner und verfügt über keine weitere Steckplätze. Es besteht weder die Möglichkeit den Receiver auf einen anderen Empfangsweg umzurüsten oder ihn zum Twin-Receiver auszubauen.

 

Lieferumfang
– Sat Receiver
– Fernbedienung
– Externes Netzteil
– Bedienungsanleitung

 

Warum OpenATV?

Satelliten-Receiver sind letztlich auf den Empfang von Satelitensignalen spezifizierte Computer. Damit ein Computer sein Dienst verrichten kann, benötigt er ein Betriebssystem. Doch Linux ist als Open Source kostenlos und bietet im Vergleich zu Windows einige Vorteile. Es stellt allerdings besondere Anforderungen an die Hardware. Da das Linux Betriebssystem als Open Source-Beriebsssystem frei erhältlich ist, kann es leichter verbreitet und aber auch modifiziert werden. Das System wurde im Laufe der 1990er Jahre von einer weltweiten Nutzer-und Entwicklergemeinde entwickelt und seitdem stetig verbessert. Es gibt verschiedene Linux-Versionen (sog. Distributionen) die sich in der Bedienoberfläche, Programmen oder Funktionsumfang unterscheiden. Ein weiterer großer Vorteil von Linux ist dessen performantes aber stabiles Laufzeitverhalten. Abstürze sind eher selten. Die Anhängerschaft des Linux Betriebssystem wächst permanent und weltweit wird es schon von mehreren Millionen Menschen sowie Firmen und Organisationen genutzt – oftmals auch, um einfach Geld zu sparen.

Mit offenem Enigma2-Betriebssystem ausgestattete Linux-Receiver sind nicht nur bei versierten Sat-TV-Freaks beliebt.  Ein gravierender Vorteil dieses offenen Betriebssystems ist, dass sie im Vergleich zu TVs und Receivern mit geschlossenen Systemen weitgehend ohne Einschränkungen betrieben und nach Belieben individualisiert sowie um unzählige Funktionen erweitert werden können.

Der Funktionsumfang läßt sich mit kostenloses Erweiterungen per Plugin-Lösung vergrößern. Restriktionsfreies Recording und  Senderlisten einfach laden oder bearbeiten, sind kein problem. außerdem lässt sich die Bedienoberfläche über alternative Skins den persönlichen Präferenzen anpassen (Hintergrund, Boot-Logo, Transparenz der Menüs, Farben etc.). Das weit verbreitete und beliebte Plattform OpenATV, gibt es für über 200 Enigma2-Receiver von rund 70 Herstellern. Ein weiterer Grund für die Beleibtheit ist das einfach flashen und erweitern. Der WWiO Bre2ze 4K erreicht den Kunden gleich fertig „betankt“ mit OpenATV. Einfacher geht es kaum. Für die Hersteller bedeutet das aber auch wenig Uniqe Selling Features: Der Receiver wird zur reinen Hardware analog den PCs. Nur Leistung und Preis zählen. Das einzige was die Hersteller noch liefern müssen sind Treiber. Die freie Software ist vorhanden.  Ein weiterer Vorteil besteht für die Anwender in der Eingewöhnung und Bedienung zu sehen. Die Vorteile sind so gravierend, dass der Markt sich eindeutig zunehmend in Richtung Open OE2 Alliance orientiert.

Welche Vorteile bietet das kostenlose und frei konfigurierbare Betriebssystem Linux?

Hersteller wie Dream Multimedia (Dreambox Receiver) oder VU+ haben der Entwicklung von Linux auf Sat-Receivern deutliche Impulse verliehen, da sie weit über den digitalen Empfang von TV- und Radio-Sendern hinausgehen. Sie beherrschen mittlerweile neben hochauflösende Inhalte in HD oder HD+ auch alle anderen modernen Receiver-Funktionen wie PVR und Timeshift (egal ob USB-Recording oder integrierter Festplatte), Twin Tuner, EPG und noch vieles mehr. Beim Vergleich der verschiedenen Geräte sollte genau darauf geachtet werden, welche Funktionen das Gerät beherrschen sollte. Auch verschlüsselte TV-Sender wie Sky oder HD+ lassen sich dank Common-Interface bei Bedarf und bei entsprechenden Abonnement empfangen. Nicht verschweigen werden soll auch, dass Linux-Receiver nicht zuletzt auch für das vertragswidrige und illegale Cardsharing, bei dem mehrere Empfänger eine einzige Entschlüsselungskarte nutzen, einer hohen Beliebtheit erfreut. Auch für das Streamen von legalen (wie aber illegalen) Inhalten lassen sich die Linix-Receiver einrichten. Es liegt letztlich am Nutzer wozu und wie er seinen Receiver einsetzt.

Viele Freunde des Sat-Empfangs reizen die nahezu unerschöpflichen Konfigurations- und Erweiterungsmöglichkeiten dieser Receiverklasse. Aber die erweiterten Möglichkeiten nutzen zu können, bleibt dem Receivernutzer es nicht erspart sich mit dem Thema Linux bzw. Linux Receiver inhaltlich auseinanderzusetzen. Als Informationsquellen und zum Austausch mit anderen Usern bieten sich im Netz zahlreiche Foren an, um den Funktionsumfang des eigenen Linux Receiver mithilfe von Plugins auf die spezifisschen und individuellen Bedürfnisse maßgeschneidert zu erweitern oder anzupassen.

Inbetriebnahme

Die Inbetriebnahme des Testkandidaten geht schnell von der Hand. Die Installation und Konfiguration ist weitgehend selbsterklärend und mit einer sehr guten Benutzerführung. Der WWiO Bre2ze 4K unterstützt die DiSEqC-Protokolle 1.0, 1.1, 1.2 sowie USALS und ist auch für den Einsatz an einer Unicable-Anlage geeignet. Durch die Erstinstallation führt ein komfortabler Installationsassistent, der mit einem Sendersuchlauf abgeschlossen wird. Der Receiver wird per Netzwerkkabel an die Fritzbox (Laternativ Wlan 2.0 Stick an USB) und per Koaxialkabel an die Satschüssel angeschlossen. Beim ersten Start wurden alle Komponenten eingerichtet. Eine Senderliste für Astra und Hotbird ist bereits hintzerlegt, so dass ein Sendersuchlauf erst einmal nicht nötig ist. Die Antenne, das LNB ggf. Diseq-schalter oder SAT>IP (hier zuätzlich per Plugin) muss nur korrekt konfiguriert werden. Über das ausführliche Installationsmenü gelangen uns während unseres Tests auf Anhieb die richtigen Enstellungen. Die Konfiguration der heimischen Sat-Anlage mit mehreren Satellitenpositionen erkannte der HD-Sat-Receiver automatisch. Auch die Integration ins Heimnetzwerk erledigt die Box per DHCP ganz automatisch. Ab Werk hat der Hersteller die Settop-Box bereits mit einer für den deutschen Markt vorgefertigten Senderliste versehen. Der Bre2ze 4K Satellitenreceiver von WWiO punktet mit sehr übersichtlichen und selbsterklärenden Bildschirmmenüs. Werkseitig hat der Receiver bereits mehrere Modi für den Sendersuchlauf integriert. Auch der elektronische Programmführer und die mitgelieferte Fernbedienung sind logisch strukturiert. Die Fernbedienung liegt gut in der Hand und ist selbsterklärend. Und falls sie mal nicht zur Hand sein sollte, läßt sich das Gerät auch mal ohne Fernbedienung bedienen, da die Box an ihrer Front entsprechende Bedientasten für eine Notbedienung verbaut hat. Das Gerät ist eine vollwertige Enigma2-Box mit vielen Extras. Von großem Vorteil ist das OpenATV Betriebssystem mit seiner logisch aufgebauten Menüstruktur. Für Pay-TV stehen sowohl ein CI-Schacht als auch ein Card-Reader zur Verfügung. Softcams werden von OpenATV nicht direkt unterstützt, können aber nachträglich installiert werden. Timeshift und Aufnahmen empfehlen sich über den Anschluß einer externen Festplatte oder USB-Stick. Updates und Upgrades können sowohl über das Internet als auch über einen angeschlossenen USB-Speicher erfolgen. Die Bedienung erfolgt in der Regel über die Fernbedienung. Hier ist unser Tip dies auch über das Web-Frontend (OpenWebIF) zu versuchen. Hierüber haben wir auch die Screenshots für diesen Testbericht geschossen. So können z. B. Timeraufnahmen oder Senderlisten direkt am heimischen PC programmiert werden. Eine weitere Alternative sind entsprechende Apps am Smartphone über die sich OpenATV-Receiver ebenfalls gut steuern läßt.  Hierzu muss sich das Device im gleichen Netzwerk wie der Receiver befinden. Bei dem Bre2ze 4K besteht neben dem vorinstallierten OpenATV die Option über die Multiboot-Funktion bis zu drei weitere Images parallel auf die Box zu bringen.

Der Systemstart in weniger als einer Minute und zappen geht in Bruchteilen von Sekunden.

Brilliante Bild- und Tonqualität mit performanten Umschaltzeiten

In der Bre2ze 4K sind 4 GB Nand Flash-Speicher sowie 1 GB Arbeitsspeicher (RAM) integriert die von dem MIPS-Prozessor BCM7251S – mit sagenhaften 10.500 mips – adressiert werden. Dies sorgt im Test stets für extrem flotte Umschaltzeiten und flüssige Bedienung.

Anschlussseitig kann der Bre2ze 4K mit einer guten – wenn auch nicht opulenten – Ausstattung punkten, die das Gerät knapp in den Bereich der unteren Oberklasse positionieren. Die technische Ausstattung weiß zu überzeugen und sorgt für höchstes Sehvergnügen mit brillanten und kontrastreichen TV-Bilder von SD- über HD-bis hin zu Ultra-HD-Auflösung. Die Bild- und Tonqualität kann sich hören und sehen lassen. Die Bildqualität bewegt sich auf Top-Niveau: Der Linux-Receiver skaliert die Bilder optional bis zur UHD-Auflösung von 2160p (4K) hoch und bietet diverse Anpassungsmöglichkeiten einer digitalen Bildkorrektur. Umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten ermöglichen eine detaillierte Regelung von Helligkeit und Kontrast sowie eine Korrekturmöglichkeit der Lipsync-Anpassung bei einem etwaigen Tonversatz zum Bild. Die Tonausgabe wird neben der HDMI-Schnittstelle über den koaxialen Digitalausgang und die analogen Cinchbuchsen ausgegeben.

EPG

Über den Electronic Program Guide (EPG) verfügt der Receiver über eine  elektronische Programmzeitschrift. In verschiedenen frei konfigurierbaren Ansichten zeigt das EPG übersichtliche Informationen zu laufenden oder künftigen Sendungen mit den entsprechenden Sendezeiten und möglicher Timer-Programmierung. Das Gerät wird zum gewählten Zeitpunkt eingeschaltet und die Sendung kann, wie mit einem Videorecorder, auf ein angeschlossenes Speichermedium (Konfiguration auf verfügbaren Netzwerkspeicher oder USB) aufgezeichnet werden. . Eine moderne USB 3.0 Schnittstelle befindet sich auf der Rückseite des Gerätes, ein weiterer USB 2.0 Anschluss seitlich am Frontpanel.

Energiesparend

Der Testkandidat punktet mit einem extrem niedrigen Energieverbrauch. Der Hersteller verspricht einen Low-Power Standby-Verbrauch von weniger als 0,5 Watt. Diesen Wert konnten wir im Test validieren. Auf der Rückseite verfügt der Receiver über einen Netzschalter um das Gerät komplett vom Stromnetz zu trennen.

 

Technische Daten WWiO Bre2ze 4K
ASIN:B06ZY3WR86
Geräteart:DVB-S2 4K DIGITAL RECEIVER
Modellnummer:WWIO BRE2ZE 4K
Stromversorgung:12V / 2A (AC 100-240V, 50/60Hz
Leistungsaufnahme im Betrieb:30 Watt
Verbrauch (StandBy) < 0.5 Watt
CPU:DualCore 2x 1700 MHz (12000 DMIPS) Broadcom BCM7251S Prozessor
Speicher:4GB NAND Flash / 1GB DDR3 RAM
Display:7 Segment Digitalanzeige
Anschlüsse Frontseite:Smartcard
Anschlüsse seitlich:USB 2.0 (5V, 0.5A max.)
Anschlüsse RückseiteHDMI (bis 4K)
LNB Eingang (13/18V, 350mA max)
S/PDIF optischer Ausgang
USB 3.0 (5V, 0.8A max.)
10/1000 MB Ethernet (RJ 45)
Common Interface
Netzschalter
Optionales Zubehör:WIFI Stick (ACC300200)
Features:Innovatives openATV Linux Betriebssystem
Mehrsprachige Menüführung
Umfangreiche Netzwerkfunktionen
Webinterface für PC oder Smartphonesteuerung
Videotext, MultiEPG (Elektronischer Programmführer)
PVR Ready, Timeshift, Timerprogrammierung
10/1000 MB GigaBit Netzwerkschnittstelle
USB 2.0 und USB 3.0 Anschluss
Digitaler optischer Audioausgang
Unterstützt herunterladbare Plugins
Unterstützt SAT>IP Protokoll (Client)
Unterstützt Online Updatefunktion
Abmessungen:218 x 43 x 180 mm
Bedienungsanleitung:[Link]
Preis: 169,96 Euro (Amazon)

 

 

Fazit: Ultrascharf und schnell

Der Linux-Satellitenreceiver Bre2ze der deutschen Marke WWiO punktet in allen Disziplinen und mit einem hervorragendem Preis-Leistungsverhältnis im Segment der Receiver ohne Festplatte. UHD-Linux-Receiver ist ein echter Preisbrecher mit OpenATV. Dafür beherrscht er Recording auf Netzwerk-Speicher oder per USB 3.0 auf Stick oder externer Festplatte. Er ist ultrascharf (4K), erweist sich im Test als energiesparend und lässt sich dank Linux Betriebssystem umfangreich individualisieren und konfigurieren. Sein größer Vorteil ist jedoch seine enorme Performance dank extrem potenten 12.000 MIPS-Prozessor in Zusammenarbeit mit vier Gigabyte NAND Flash und einem Gigabyte DDR3 RAM für eine flüssige Bedienung und schnellen Umschaltzeiten. Auch der Systemstart erweist sich als performant. Aus einem Kaltstart benötigt der Receiver deutlich wenig mehr als 30 Sekunden um seine Dienste bereitzustellen. 

Testurteil Gut 1,7 – 02/2018

 

 

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